Die Kunst der Zufriedenheit im Job

Was bedeutet Erfolg im Job? Die steile Karriere, finanzieller Erfolg, Selbstverwirklichung? Für jeden ist es ganz individuell.

 

Viele sind auch erfolgreich in ihrem Job und fühlen sich trotzdem unzufrieden und meistens auch innerlich gestresst. Es fehlt etwas Entscheidendes, dass ist meist die Sinnhaftigkeit.

 

Wenn ich Klienten frage, ob die gewählte Laufbahn oder das Studium der eigene Wunsch war, kommt ganz oft: "Nein, es war der Wunsch meiner Eltern, ich sollte etwas solides machen."

 

Jahrelang schlängelt man sich durchs Berufsleben. Merkt hier und da, da stimmt was nicht, aber was?

 

Man hat sich was aufgebaut, ist etabliert, verdient gut, verfügt über Status und man ist im sicheren System. Warum sollte man was ändern, wegen Unzufriedenheit? Vielleicht würde man auch gerne etwas verändern, aber was?

 

Die Rahmenbedingungen oder die Komfortzone lassen Veränderung meist gar nicht zu, außer der Leidensdruck ist hoch genug.

 

Ich weiß zu gut wovon ich spreche. 

 

Ganz ursprünglich wollte ich Rennfahrerin werden. Habe dann Marketing studiert und mich bewusst für eine Vertriebskarriere entschieden. Mit 30 war ich Key Account Managerin und leitete eine erste Vertriebseinheit. Es lief die ersten Jahre super, ich konnte meine Erfolge feiern.

 

Dann kam ein Firmen Merge. Die Rahmenbedingungen veränderten sich. Es wurde schwieriger und der Druck stieg. Interne Machtkämpfe und Politik. Das stresste mich manchmal mehr als mein Job.

 

Den übte ich Herzblut aus, trotz einer oftmals 50 - 60 Stunden Woche und drei Tage die Woche ein Leben aus dem Koffer. Das Gehalt war hoch genug, um das schmale Privatleben zu verschmerzen. Außerdem konnte ich im Vertrieb viele Facetten ausleben. Vor allem das Autofahren. Meine Karriere ging über zwei weitere Vertriebsstationen bis zur Vertriebsleitung. Das war immer mein Ziel.

 

In leidender Funktion stelle ich irgendwann immer häufiger fest, dass ich viele Entscheidungen treffen muss, die ich nicht aus eigener Überzeugung traf, sondern aus Wirtschaftlichkeit. Damit fühlte ich mich zunehmend unwohler. Mein Bauchgefühl krummelte immer häufiger und irgendwann fragte ich mich: "Was mache ich da eigentlich täglich und will ich das noch?" Nein, aber was sollte ich tun, außer das Ganze zu verdrängen.

 

Die Unzufriedenheit wuchs, die Stress-Symptome stiegen und ich verdrängte weiterhin beides.  

 

Verdrängen funktioniert nur nicht auf Dauer. Irgendwann war die Unzufriedenheit so groß, dass ich etwas ändern musste, denn ich war auf dem besten Wege, mich selbst zu verheizen.

 

Ich wusste aus meiner ersten Coachausbildung: Wertekonflikte führen zu Sinnverlust und der kann im Burnout enden. Das wollte ich nun auf keinen Fall.

 

Also zog ich eines Tages die Reißleine und überlegte mir, was eine Alternative sein kann. Mein eigenes Ding wollte ich auch schon immer machen.

 

Ich verschaffte mir Überblick über meine Persönlichkeit, meine Topfähigkeiten (die nicht das Verkaufen waren), meine Stärken und vor allem darüber, was ich mir in 10 Jahren auch noch vorstellen kann. Die Taktung und das hohe Pensum im Vertrieb konnte ich mir langfristig nicht mehr vorstellen.

 

Ich bin ein ziemlicher Freigeist und mag die Unabhängigkeit. Vertrieb habe ich immer für andere gemanagt, dass kriegst du für dich selbst auch hin, dachte ich mir.

 

Ich überlegte ganze 2 Jahre, bis ich allen Mut zusammenfasste, die Komfortzone verlies und mit Mitte vierzig den Sprung in die Selbstständigkeit wagte. Mein komplettes Umfeld hielt mich für verrückt und ich mich anfangs auch. 

 

Klar ist Selbstständigkeit nicht für jeden die Alternative. Für viele könnte aber ein Sitestep oder auch Downshifting sein.  

 

Wichtig ist, sich ehrlich mit der Unzufriedenheit zu beschäftigen, anstatt sie schön zu reden oder auszuhalten.

 

Ich bin eine Machermentalität. Hätte ich die Veränderung nicht gewagt, würde ich es mir irgendwann vorwerfen. Das wollte ich vermeiden.

 

Heute kann ich sagen, es war die richtige Entscheidung. Ich bin wieder zufrieden. Muss heute nichts mehr entscheiden, was ich nicht aus eigener Überzeugung entscheide.

 

Es erfüllt mich mit Stolz, wenn ich Menschen durch meine Erfahrungen dabei helfen kann, ihre Perspektive zu finden und sie sich mit strahlenden Augen auf ihren Weg machen.

 

Ich lebe heute jeden Tag mein persönliches Warum. Das gibt mir Sinn, Erfüllung und Zufriedenheit. Und das ist für mich Erfolg.

 

Ich rate jedem der unzufrieden im Job ist, zu hinterfragen, was die Unzufriedenheit auslöst und herauszufinden: Was gibt mir Sinn? Kann ich meine Werte im Job leben? Kann ich mich selbstverwirklichen? Bin ich mit Herzblut dabei oder passt es nicht oder nicht mehr?

 

Zufriedenheit ist im richtigen Job und im richtigen Umfeld möglich, in dem wir unser persönliches Warum leben können.

 

Trauen Sie sich.

 

Bettina Maria Reuss

Spezialistin für berufliche Orientierung

Business & Mental Coach

Unternehmerin I Top Speakerin

Gute Gründe für BMR

- zwei Jahrzehnte Praxiserfahrung in Strategie, Marketing, Vertrieb- hoher Praxisbezug

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Bettina Reuss